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China: Cannabinoide in 2500 Jahre alten Räuchergefäßen gefunden

China: Cannabinoide in 2500 Jahre alten Räuchergefäßen gefunden

Über die frühe Nutzung von Cannabis als Rauschmittel war bisher wenig bekannt.
Wie weit diese Art des Hanfkonsums zurückreicht, offenbaren nun archäologische Funde aus historischen Gräbern im chinesischen Pamir-Gebirge.
In der Begräbnisstätte Jirzankal hat ein Forscherteam 2500 Jahre alte, hölzerne Räuchergefäße geborgen. Darin wurden Rückstände entdeckt, deren chemische Signatur genau der von Cannabis entspricht und dabei einen erhöhten THC-Gehalt aufweist. Der Fund legt nahe, dass die Menschen die Hanfpflanze schon damals gezielt als Rauschmittel verwendeten – unter anderem im Rahmen von Bestattungs- und Gedenkritualen.
Nicole Boivin, Direktorin am Max-Planck-Instituts (MPI) für Menschheitsgeschichte, das gemeinsam mit zwei Chinesischen Wissenschaftsakademien die Studie umsetzte: „Die Ergebnisse unterstreichen die Annahme, dass Cannabispflanzen erstmals in den Bergregionen im Osten Zentralasiens ihrer psychoaktiven Bestandteile wegen verwendet wurden und sich ihr Gebrauch von hier aus auf andere Regionen der Welt ausweitete.” Die Forscher gehen davon aus, dass die heute eher abgelegenen Pamir-Bergpässe einst auf einer der Hauptrouten der Seidenstraße gelegen haben. Robert Spengler, Archäobotaniker vom MPI: „Unsere Studie impliziert, dass das Wissen über das Rauchen von Cannabis und spezifische Cannabissorten mit hohem Wirkstoffgehalt zu den kulturellen Traditionen gehören, die sich entlang dieser Routen ausbreiteten.“ Ob Cannabis in der damaligen Gesellschaft auch anders – also nicht nur als Rauschmittel – genutzt wurde, können die Forscher nicht beantworten. Robert Spengler: „Die modernen Perspektiven auf Cannabis variieren kulturübergreifend enorm, aber es ist klar, dass die Pflanze über Jahrtausende hinweg durch den Menschen genutzt wurde, sei es medizinisch, rituell oder zur Entspannung.“ Es ist sinnvoll, den Diskurs zum Thema Cannabis auch durch wissenschaftliche Erkenntnisse dieser Art zu ergänzen. Gerade archäologische Studien haben das Potenzial, dazu beizutragen, „die Ursprünge der zeitgenössischen kulturellen Praxis und Glaubensstrukturen zu verstehen“ (Boivin). Für noch mehr Infos zur Studie findet ihr hier einen Link.

https://www.mpg.de/13558387/anfaenge-des-cannabisrauchens?utm_campaign=later-linkinbio-deincharliegreen&utm_content=later-2523485&utm_medium=social&utm_source=instagram

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