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BfArM-Erhebung: Wann wird in Deutschland Cannabis als Medizin verschrieben?

BfArM-Erhebung: Wann wird in Deutschland Cannabis als Medizin verschrieben?

Seit März 2017 können sich in Deutschland Patienten mit schweren Erkrankungen medizinisches Cannabis auf Kosten der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verschreiben lassen. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist dabei verpflichtet, Begleiterhebungen vorzunehmen. Um zu erfahren, bei welchen Diagnosen Cannabis-Medikamente verordnet werden und wie es um die Versorgung mit Cannabis in Deutschland bestellt ist, hat die Partei DIE LINKE eine „Kleine Anfrage“ an die Bundesregierung gestellt.

Aus der Regierungsantwort geht hervor, dass in der Begleiterhebung 8.872 vollständige Datensätze ausgewertet wurden. 36% der Patienten hätten die Therapie aber vor Ablauf eines Jahres beendet. Als Grunderkrankung habe bei 557 (ca. 6%) Multiple Sklerose vorgelegen, bei 1.683 (ca. 19%) eine Tumorerkrankung. Die jeweiligen Diagnosen bei den Patienten hat die Bundesregierung im Detail in einer Tabelle aufgelistet:

Auch Informationen darüber, wie viele Cannabis-haltige Arzneimittel Deutschland seit 2017 aus dem Ausland importiert hat, gibt die Bundesregierung in ihrer Antwort preis: Die Importmenge für die Versorgung deutscher Apotheken lag 2017 bei rund 1.200kg. 2018 stieg die Zahl auf 3.000 und 2019 auf rund 6.500kg. Bis zum 6. März dieses Jahres kamen bereits rund 1.000kg Blüten aus dem Ausland.

Für wann ist nun damit zu rechnen, dass medizinisches Cannabis aus deutschem Anbau in Apotheken erhältlich ist? Hierzu heißt es im Wortlaut: „Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Cannabisagentur ab dem vierten Quartal 2020 erste Ankäufe und auch Verkäufe des geernteten Cannabis aus deutschem Anbau tätigen kann. Die Verfügbarkeit von Cannabis aus deutschem Anbau in den Apotheken wird unter anderem von der dortigen Nachfrage abhängen.“

Auch bei der Preisfrage legt sich die Bundesregierung in ihrer Antwort nicht fest. In der Antwort heißt es hierzu: „Der Abgabepreis wird vom Abnahmepreis (losspezifisch ein Ergebnis des Vergabeverfahrens und im Einzelnen von den produzierten und freigegebenen Mengen Cannabisblüten abhängig) sowie von Distributionskosten abhängen. Eine vorherige Preisfestlegung ist nicht möglich.“

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Die vollständige Antwort der Bundesregierung findet ihr hier.

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