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Nach EU-Urteil: Deutsche Cannabis-Apotheker fordern Rezeptpflicht für CBD-Produkte

Nach EU-Urteil: Deutsche Cannabis-Apotheker fordern Rezeptpflicht für CBD-Produkte

Nach dem vorläufigen Urteil der EU-Kommission, CBD-Produkte als Arznei- bzw. Betäubungsmittel einzustufen, spricht sich der Verband der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA) nun für eine Rezeptpflicht für CBD-Produkte aus. Die EU-politische Einstufung von CBD als Betäubungsmittel würde aus der Sicht der Pharmazeuten jedoch über das Ziel hinausschießen.

In einer Stellungnahme erklärt der VCA, dass „CBD nicht als Betäubungsmittel eingestuft werden soll und darf, da es weder einen Ansatz von psychotroper Wirkung, noch eine Gefahr der Abhängigkeit mitbringt – Bedingungen, die eine Substanz aufweisen muss, um als Betäubungsmittel eingestuft zu werden“. Laut VCA sollten stattdessen CBD-haltige Produkte der Rezeptpflicht unterstellt werden: „CBD ist ein wichtiger Inhaltsstoff der Cannabispflanze, der sowohl die Wirkung von THC beeinflussen, als auch selbst durch seine Fähigkeit, spezielle Rezeptoren des körpereigenen Endocannabinoidsystems zu aktivieren, signifikante Wirkungen auslösen kann.“

Auch wenn die Studienlage zu CBD noch in den Kinderschuhen stecke, zeichne sich ein großes Potenzial als medizinisch nutzbarer Wirkstoff ab. „Daraus resultiert, dass CBD als Arzneimittelwirkstoff eingestuft und so behandelt werden muss“, folgern die Apotheker. Dass manche Händler CBD als „harmloses Nahrungsergänzungsmittel“ anbieten, sieht der VCA kritisch: „Die zuerst durchweg positive Berichterstattung in diversen Zeitschriften sowie eine verkaufsfördernde Beweihräucherung auf unzähligen Herstellerseiten im Internet weckte bei den Menschen die Neugier auf dieses potentielle Allheilmittel“, so der Verband. „CBD ist aber mehr als nur eine Hoffnung für Patienten und hat mit seiner noch wenig erforschten, aber sehr guten pharmakologischen Wirkung die Chance verdient, als wirksames Arzneimittel wahrgenommen zu werden.“

Die Apotheker sehen die Gefahr, dass eine nicht standardisierte Verbreitung von CBD-Produkten, etwa als Nahrungsergänzungsmittel, mit der Zeit „ein negatives Feedback und damit auch eine unter Umständen negative Bewertung seitens der Behörden und Krankenkassen zur Folge haben“ könnte. Der Verband fordert deshalb, CBD-haltige Produkte von ihrem unklaren rechtlichen Status zu befreien und sie als rezeptpflichtige Fertigarzneimittel oder Zubereitungen über die Apotheken zu vertreiben.

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„Eine Einordnung von CBD als standardisierte verschreibungspflichtige Substanz, ob als Rezeptur oder als Fertigarzneimittel wie Epidyolex, ergänzt durch die Erstattungsfähigkeit im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung reicht in den Augen des VCA vollkommen aus, um CBD die Möglichkeit zu geben, sich da zu entfalten, wo es auch wirklich ankommen muss: Beim erkrankten Menschen, der Hilfe braucht.“

Rezeptpflicht ja, BtM-Einstufung nein, so lässt sich die Stellungnahme des VCA zusammenfassen. Wie die Hanfindustrie diesen Vorstoß aufnehmen wird, bleibt abzuwarten. Schließlich würde damit CBD komplett in die Hände der Medizin und Pharmazie gelegt werden.

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