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Wissenschaft: Raphael Mechoulam isoliert Cannabissäure mit hohem Wirkungspotenzial

Wissenschaft: Raphael Mechoulam isoliert Cannabissäure mit hohem Wirkungspotenzial

Der israelische Wissenschaftler Dr. Raphael Mechoulam hat ein neues, synthetisches Cannabinoid isoliert, dass potenter als THC und CBD sein soll und bei der Behandlung von Angststörungen, Entzündungen und Übelkeit helfen könnte. Dabei handelt es sich um eine synthetische Version einer natürlichen Säure, die in der Cannabispflanze vorkommt.

Bereits im Herbst 2019 informierte der renommierte Wissenschaftler über seine neuartige Entdeckung. Nach mehrmonatigen Testreihen fanden Mechoulam und sein Forscherteam der US-amerikanischen Biotech-Firma EPM heraus, dass die neue Verbindung namens Cannabidiolsäure-Methylester (EPM301) großes therapeutisches Potenzial haben könnte.

EPM301, eine synthetische Version einer Cannabissäure, wurde von Dr. Mechoulam und seinem Team entwickelt und patentiert. Generell enthält die Pflanze eine Vielzahl von Säuren. Zusätzlich zu den bekannteren Wirkstoffen der Pflanze wie unter anderem CBD und THC wird diesen Säuren teilweise sogar ein größeres Wirkungspotenzial zugesprochen. Diese Säuren sind aber auch sehr instabil.

Bisher ist es der Wissenschaft nicht gelungen, diese Säuren erfolgreich aus Pflanzen zu isolieren und für medizinische Zwecke zu nutzen. Dr. Mechoulam und EPM scheinen nun einen Weg gefunden zu haben, diese Säuren zu modifizieren und zu stabilisieren. Sie verwendeten einen Prozess namens Veresterung („esterification“), bei dem sich zwei getrennte Chemikalien zu einer stabilen Verbindung verbinden, ein sog. Ester.

Laut Mechoulam soll diese Innovation jetzt Pharmaunternehmen ermöglichen, neue Arzneimittel auf Säuren-Basis gegen eine Vielzahl von Krankheiten zu entwickeln: „Wir brauchen dringend neue Medikamente für verschiedene Krankheiten, und einige der verfügbaren Medikamente mögen ziemlich gut sein, aber sie verursachen letztlich Nebenwirkungen“, sagte der Wissenschaftler gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Forbes.

Zudem soll die synthetische Verbindung um ein Vielfaches wirksamer sein als andere Wirkstoffe. „Während also alle über THC und CBD diskutieren, sind diese Cannabinoide eigentlich eine sekundäre Substanz; sie erscheinen erst später in der Pflanze. Ursprünglich gibt es eine Säure, die in der Pflanze vorkommt, und diese Säuren sind diese geheimnisvollen Welten von Verbindungen, die viel stärker sind als Cannabinoide“, betont Mechoulam.

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In den letzten Monaten haben der Wissenschaftler und sein Team begonnen, das therapeutische Potenzial von EPM301 zu erforschen. Erste Untersuchungsergebnisse haben ergeben, dass die Verbindung in der Lage sein könnte, Ängste zu lindern und Übelkeit zu unterdrücken – und dies eben ohne dass Nebenwirkungen auftreten. Dazu soll EPM301 auch gegen Entzündungen wirksam sein. Weitere Forschung ist nun notwendig, um diese ersten positiven Ergebnisse bestätigen zu können.

Raphael Mechoulam gilt als Großvater der Erforschung von Medizinalcannabis. Bereits in den 1960er-Jahren isolierte er die beiden Hauptwirkstoffe CBD und THC.

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