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USA: Vier weitere Bundesstaaten legalisieren Cannabis

USA: Vier weitere Bundesstaaten legalisieren Cannabis

Während der Fokus der Weltöffentlichkeit auf den Präsidentschaftswahlen liegt, haben parallel in den USA mehrere Bundesstaaten wichtige Volksabstimmungen abgehalten: In Arizona, New Jersey, South Dakota und Montana stimmte die Mehrheit für eine Legalisierung von Cannabis für Erwachsene. Auch die Legalisierung von medizinischem Cannabis stand mancherorts zur Wahl. In Oregon wurden sogar die Konsumenten aller Drogen entkriminalisiert.

Die Wählerinnen und Wähler in Arizona, New Jersey, Montana und South Dakota stimmten mehrheitlich für eine vollständige Legalisierung von Cannabis. Während medizinisches Cannabis in Arizona, New Jersey und Montana bereits legal war, betritt South Dakota politisches Neuland: Der Bundesstaat im Mittleren Westen ist damit auch der erste US-Staat, der Cannabis gleichzeitig als Medizin und Genussmittel legalisiert hat. Da auch in Mississippi erfolgreich über die Freigabe von Medizinalcannabis abgestimmt wurde, gibt es nun insgesamt 37 Bundesstaaten, in denen die Versorgung mit „Medical Marijuana“ möglich ist.

Zeitgleich wird Oregon zum ersten US-Staat, in dem die Konsumenten aller illegalen Drogen entkriminalisiert werden. Wer künftig mit geringen Mengen Drogen zum Eigenkonsum erwischt wird, erwartet zunächst „nur“ eine Geldstrafe und muss sich einer Suchtberatung unterziehen. Diese wird auch von den Cannabissteuern bezahlt, die der Bundesstaat mittlerweile einnimmt. So war Oregon beispielsweise einer der Bundesstaaten, in denen Cannabis-Läden während der Corona-Pandemie zu den „essenziellen Geschäften“ zählten.

Oregon ist mit der Entkriminalisierung aller illegaler Drogen – harter wie weicher – ein Pionier in den USA. Mit Blick auf Europa ist dieser Schritt vergleichbar mit der liberalen Drogenpolitik in Portugal: Dort ist seit 2001 der Besitz und Konsum von illegalen Substanzen – egal, ob Cannabis, Ecstasy oder Heroin – entkriminalisiert. Seitdem verzeichnet das Land deutliche Rückgänge bei Überdosierungen, HIV-Infektionen und Drogenkriminalität.

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Deutsche Politiker riskieren bisher nur einen Blick über den drogenpolitischen Tellerrand: Zuletzt hatte die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig Portugal sowie die Niederlande als „Reallabore“ bezeichnet. Diese würden es nicht nötig machen, in Deutschland Modellprojekte für die Cannabis-Freigabe zu erproben.

Dass man mit Hilfe von „Reallabore“ aber auch einiges empirisch erfassen und daraus möglicherweise etwas lernen kann, sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben.

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