Amsterdam plant Coffeeshop-Verbot für Touristen

Die Stadt Amsterdam plant, Touristen den Zugang zu Coffeeshops zu verbieten. Mit diesem Schritt soll der Drogentourismus in der niederländischen Metropole eingedämmt werden. Die sogenannte Cannabistouristen seien zu einem Ärgernis für die Stadt geworden, sagt Bürgermeisterin Femke Halsema.

In niederländischen Coffeeshops, von denen es nach Angaben des Gesundheitsministeriums 166 in Amsterdam gibt, kann Cannabis legal gekauft und konsumiert werden. Auch aus diesem Grund reisen jedes Jahr zahlreiche Besucher in die niederländische Hauptstadt. Dies möchte Bürgermeisterin Halsema unterbinden, wie sie in einem Interview mit dem Fernsehsender NOS ausführte.

„Amsterdam ist eine internationale Stadt und natürlich wollen wir Touristen anziehen, aber wir möchten, dass sie wegen der Vielfalt, der Schönheit und der kulturellen Einrichtungen kommen“, so die Bürgermeisterin. Nach ihrem Plan sollen nur noch Einwohner des Landes mit einem Clubausweis Zugang zu Coffeeshops bekommen. Die Zahl der Verkaufsstellen solle zudem drastisch reduziert werden. Mit ihrem Plan hoffe Halsema, Amsterdam als „Ort des sanften Drogentourismus“ weniger attraktiv zu machen.

Wann das Verbot in Kraft treten soll, ist noch unklar. Das Stadtparlament muss den Plänen noch zustimmen. In der Debatte hat sich auch der Verband der Coffeeshop-Händler zu Wort gemeldet und das Vorhaben kritisiert: „Leute wollen ihren Joint rauchen. Wenn das nicht im Coffeeshop geht, dann kaufen sie es auf der Straße“, appelliert Sprecher Joachim Helms.

Cannabis in den Niederlanden ist – wie mancher annehmen mag – nicht legal, sondern bloß geduldet. Der Besitz von weniger als fünf Gramm wurde 1976 im Zuge der niederländischen Toleranzpolitik entkriminalisiert. Ziel dieser Drogenpolitik ist es zu verhindern, dass Drogenkonsumenten in den Schwarzmarkt einsteigen müssen, um an Cannabis zu kommen.

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