Apotheken bereit für legalen Cannabis-Verkauf

Welche Rolle würden Apotheken bei einer Cannabis-Legalisierung in Deutschland übernehmen? Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) hat nun öffentlich signalisiert, dass deutsche Apotheken bei einer Legalisierung zum Verkauf von Cannabis unter bestimmten Bedingungen bereit stehen würden.

„Um es ganz klar zu sagen: Wir reißen uns nicht darum, künftig in unseren Apotheken Cannabis zu verkaufen. Im Fall einer Legalisierung sind wir aber davon überzeugt, dass es nur die Apotheken sein können, die ein Höchstmaß an Sicherheit für die Konsumenten gewährleisten“, sagt ABDA-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Auch nach Ansicht des Verbandes der Cannabis versorgenden Apotheken (VCA) sind Apotheken in Sachen Beratung und Prävention am besten für den legalen Verkauf geeignet. Aber auch VCA-Geschäftsführerin Christiane Neubauer sieht das Thema mitunter kritisch – gerade mit Blick auf das Cannabiskontrollgesetz der Grünen.

Dieses sieht vor, dass Anbau, Import, Export und Einzelhandel mit Cannabis reguliert werden und als Genussmittel in Fachgeschäften erhältlich sein soll. Gerade in letztem Punkt sieht Neubauer ein Problem: die Kontrolle der Fachgeschäfte. Apotheken hingegen würden bereits über ein gutes Kontrollsystem verfügen. Auch Jugendschutz, Prävention und Beratung würden am besten in Apotheken funktionieren.

Hier knüpft wieder ABDA-Präsidentin Overwiening an: „Wenn die Politik hierzulande zu den Apotheken sagt, bitte übernehmt die Abgabe, denn ihr seid überall vertreten, ihr habt die Labore, ihr habt die Tresore für problematische Substanzen und ihr könnt die Menschen richtig beraten, dann wird es schwer, uns zu verweigern“, sagt die Verbandschefin.

Overwiening fordert allerdings einen Verkauf erst ab 18 Jahren sowie Kontrollmechanismen, die in einer bestimmten Zeit nur den Kauf einer definierten Menge Cannabis erlaubten. Dabei verweist sie auf das Beispiel der Schweiz, wo durch ein elektronisches Meldesystem nur eine bestimmte Gesamtmenge Cannabis pro Monat gekauft werden kann. 

Entscheidend werde außerdem sein, Cannabis mit einem definierten Wirkstoffgehalt aus sicheren Quellen beziehen zu können. „Das spricht für einen staatlichen Anbau“, betont Overwiening. Die Verbandschefin fordert zudem, dass keine Apotheke dazu verpflichtet werden dürfe, Cannabis zu verkaufen.

Begeisterung und Überzeugung beim Thema Cannabis klingen auf jeden Fall anders. Die Erfahrungswerte im Umgang und in der Beratung mit Cannabis sind indes auf Seiten der Apotheker*innen nicht von der Hand zu weisen. Sollte es zu einer Cannabis-Legalisierung kommen, wird es spannend zu sehen, welche Rolle Apotheken schlussendlich tatsächlich übernehmen werden.

Related Posts

Ampel-Koalition plant Cannabis-Legalisierung
Ampel-Koalition plant Cannabis-Legalisierung
Berichten zufolge sind die Weichen für eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland gelegt. „Wir führen die kontrol...
Read More
Sozialgericht Frankfurt urteilt zugunsten von Cannabispatient
Sozialgericht Frankfurt urteilt zugunsten von Cannabispatient
Das Sozialgericht Frankfurt hat zugunsten eines Cannabispatienten geurteilt, dessen Krankenkasse die Kosten für seine...
Read More

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachten Sie, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen