Brandenburg fördert Nutzhanfproduktion

Mehr Förderung für Cannabisindustrie: Das Land Brandenburg setzt sich für eine Verbreitung der Produktion von Nutzhanf ein. Entsprechende Förderprogramme und Netzwerke sollen in dem Bundesland aufgebaut werden. Auch länderübergreifend will Brandenburg die Hanfindustrie in Deutschland anschieben.

Der Brandenburger Landtag stimmte einem entsprechenden Antrag der Koalitionsfraktionen aus SPD, CDU und Grünen zu. Demnach sollen die wirtschaftlichen und ökologischen Potenziale des Nutzhanfs besser ausgeschöpft werden.

Im Antrag hat die Koalition die Landesregierung von Brandenburg aufgefordert, die Nutzhanfproduktion und entsprechende Wertschöpfungsketten länderübergreifend voranzubringen, Förderprogramme für die Technologien zur Ernte und Verarbeitung von Nutzhanf zu prüfen und bürokratische Hürden im Bereich des Nutzhanfanbaus zu reduzieren.

Erfahrungen in der landwirtschaftlichen Praxis sollen zeigen, dass sich die Cannabispflanze sehr gut in die klimatischen und bodenspezifischen Gegebenheiten Brandenburgs einfügt.

„Die alte Kulturpflanze Hanf lebt seit den Neunzigerjahren wieder auf und weist neben ökonomischen Potenzialen auch ökologische Vorteile auf“, sagt Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel (Grüne). Für den Anbau von Nutzhanf würden jedoch weiterhin strenge Regeln gelten, betont der Minister beim rbb. Es gebe Vorschriften für die Saatgutzulassung, für den Saatgutverkehr, für die Anbauanzeige, für die Meldepflicht der Blüte und auch das Betäubungsmittelgesetz sei zu beachten.

„Wenn Hanf den falschen THC Gehalt hat, dann kommen möglicherweise auch Kollegen vorbei und dann hat derjenige auch schnell mal ein Gerichtsverfahren am Hals“, prognostiziert Vogel – und gibt damit auch Einblicke in die Konkurrenzsituation in der heimischen Hanfindustrie.

Inwiefern Brandenburg mit den Maßnahmen zugunsten der Hanfindustrie eine Vorreiterrolle in Deutschland einnehmen kann, bleibt abzuwarten. Zumindest plant das Land, sich auch auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die Bewertungen aus Brandenburg in der bundesweiten Diskussion eine gebührende Berücksichtigung finden. 

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