Cannabis-Referendum in Italien rückt näher

In Italien könnte es bald zu einer Volksabstimmung über Cannabis kommen. Innerhalb einer Woche haben Aktivist*innen die erforderliche Marke von 500.000 Stimmen für ein Referendum gesammelt, das über die Freigabe von Cannabis in Italien entscheiden soll. 

Die Petition wurde online freigeschaltet und kann hier eingesehen werden. Als nächstes muss der italienische Kassationsgerichtshof als oberste Instanz entscheiden, ob alle formalen Voraussetzungen für eine Volksbefragung erfüllt sind.

Senatorin Emma Bonino, frühere EU-Kommissarin sowie Ex-Außenministerin, teilte auf Instagram mit, dies sei ein außergewöhnlicher Tag, nicht nur für die Organisatoren, sondern auch für die Bürgerinnen und Bürger.

 

 

Befürworter*innen des Referendums riefen dazu auf, sich weiterhin in die Online-Listen einzutragen, um auf Nummer sicher zu gehen. Offiziell wäre noch bis Ende September Zeit, um Unterschriften zu sammeln. Im nächsten Jahr könnte dann wahrscheinlich über eine Legalisierung von Cannabis abgestimmt werden.

Generell ist Italien beim Umgang mit der Heilpflanze progressiver als als viele andere EU-Länder. In Italien ist zum Beispiel der häusliche Anbau von Cannabis nicht mehr strafbar, wenn es sich um kleine Mengen für den Eigenbedarf handelt. Dies hatte das Oberste Gericht in Rom kurz vor Weihnachten 2019 entschieden.⁠⠀

Auch der Konsum von Cannabis ist in Italien verbreiteter als in Deutschland. So gibt es in Italien rund 6,2 Millionen Cannabis-Konsumenten. In Deutschland gehen offizielle Schätzungen von 3,7 Millionen Cannabis-Konsumenten aus.

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