CBD bei neuropathischen Schmerzen

CBD und Cannabis im allgemeinen kommt in der Schmerzmedizin immer mehr zum Einsatz. Eine Vielzahl an klinischen Studien hat bereits die Wirkung von CBD und Cannabis bei Schmerzen untersucht und eine positive Wirkung bestätigt. In unserem Charlie Green Magazin haben wir schon einige Fakten mit euch geteilt. Studien aus den letzten Jahren, sowie Erfahrungsberichte von Betroffenen weisen darauf hin, dass CBD auch bei Nervenschmerzen wirksam sein kann. 

Wir geben euch hier erstmal einen kurzen Überblick über das Nervensystem und dann gehen wir etwas näher darauf ein, wie genau Cannabis, THC, Cannabidiol und weitere Cannabinoide aus der Cannabis Pflanze die Symptome lindern können.

Was sind Nerven überhaupt?

Das periphere Nervensystem des Menschen besteht aus mehr als 100 Milliarden Nervenzellen (Neuronen) die sich durch den ganzen Körper wie ein Kabelbaum verteilen und dabei Verbindungen zum Hirn, zu unseren Körperteilen und auch zueinander herstellen. 

Nerven bestehen aus Bündeln von Nervenfasern. Diese Fasern wiederum sind von mehreren Gewebeschichten einer fetthaltigen Substanz umhüllt, dem Myelin. Diese Schichten beschleunigen die Leitung von Nervenimpulsen entlang der Nervenfasern. Die Impulse der Nerven werden mit unterschiedlicher Geschwindigkeit weitergeleitet. Die  sogenannten Nervenleitgeschwindigkeit ist abhängig vom Durchmesser und der Menge der Myelinmasse die sie umgibt.

Das Nervensystem besteht außerdem aus zwei Teilen: dem somatischen Nervensystem und dem vegetativen Nervensystem. 

Das somatische Nervensystem verbindet das Gehirn und Rückenmark mit den bewusst steuerbaren Muskeln und den sensorischen Rezeptoren in der Haut. Sensorische Rezeptoren sind sogenannten, die Informationen im und um den Körper herum wahrnehmen.

Das vegetative Nervensystem verbindet das Stammhirn und das Rückenmark mit den inneren Organen und reguliert somit die internen Körpervorgänge, die nicht bewusst gesteuert und daher auch nicht bewusst wahrgenommen werden. Ein paar Beispiele sind die Anzahl der Herzschläge, der Blutdruck, die Atemfrequenz und der Verdauungstrakt.

Das vegetative Nervensystem wiederum lässt sich unterteilen in:

Sympathikus: Seine Funktion ist es den Körper auf Stressbelastung und Notfallsituationen vorzubereiten. Fight or Flight bzw. Kampf oder Flucht. Das habt ihr vielleicht schonmal gehört.

Parasympathikus: Seine Funktion besteht darin, die normalen Körperfunktionen in alltäglichen Situationen immer aufrecht zu erhalten.

Diese beiden Systeme arbeiten zusammen. Das eine System aktiviert in der Regel die inneren Organe, während das andere sie dämpft. Zum Beispiel: Der Sympathikus erhöht die Pulsfrequenz oder den Blutdruck währen der Parasympathikus sie senkt. So hält das Nervensystem die Waage in unserem Körper.

Das sollte einen grobes Verständnis über das Nervensystem geben. Wir könnten jetzt noch weiter auf die Funktionsweise und einzelnen Bestandteile des Nervensystems eingehen, aber wir wollen uns jetzt lieber darauf konzentrieren, was eigentlich Nervenschmerzen sind und was genau diese auslösen kann.

Was sind Nervenschmerzen (Neuralgie) und was kann die Ursache sein?

Unsere Nerven leiten Signale an unser Gehirn weiter und erzeugen so unter anderem auch das Gefühl von Schmerz. Bei beschädigten Nerven kann dieses Warnsystem jedoch durcheinander geraten und im schlimmsten Fall ohne ersichtlichen Grund Schmerzwarnungen erhalten. Bei dieser Art von Nervenschmerzen spricht man auch von neuropathischen Schmerzen. Neuropathie, auch Polyneuropathie genannt (griechisch: „Viel-Nerv-Krankheit“), ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Oben haben wir euch das Nervensystem genauer erklärt aber in Kurz nochmal: Zum peripheren System gehören alle Nerven im Körper, bis auf die Nervenzellen im Gehirn und im Rückenmark. Neuropathische Schmerzen können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, unter anderem durch Diabetes, Chemotherapie, HIV, Autoimmunerkrankungen und Arthritis. Auch Nervenschäden durch Verletzungen oder Krankheiten, wie z.B. Krebs, können zu starken Schmerzen führen. Für die Behandlung von Schmerzen bei MS (Multiple Sklerose) wurde bereits ein CBD-Medikament zugelassen. Es handelt sich dabei um das Spray Sativex.

Nervenschmerzen können überall am Körper auftreten, am meisten sind bei Schmerzpatientinnen und Schmerzpatienten jedoch die Hände und Füße betroffen.

Wie hilft CBD bei Nervenschmerzen?

Wir haben euch ganz oben das Nervensystem bereits erklärt. Seit neuestem wird viel am Endocannabinoid System des Menschen geforscht, das sich im zentralen Nervensystem befindet. Wenn Nerven miteinander kommunizieren, sind immer auch Cannabinoide im Spiel. Das Endocannabinoid System ist ein komplexes Netz aus Rezeptoren und Cannabinoiden, das wichtige Prozesse in unserem Körper beeinflusst. Die Rezeptoren befinden sich vorrangig im zentralen Nervensystem und in Zellen des Immunsystems. Cannabinoide regeln den Informationsfluss in diesem System. Die Zelle, die eine Information erhält, sendet ein Cannabinoid an die vorgeschaltete Zelle. Dabei enthält das Cannabinoid die entsprechenden Informationen, wie viele und welche Informationen noch gesendet werden müssen. So regulieren Cannabinoide maßgeblich den Informationsfluss in unserem Hirn. Vor diesem Hintergrund setzt der Einsatz von CBD bei Neuralgie an.Eine wichtige wissenschaftliche Erkenntnis ist, dass CBD eben auch das Schmerzempfinden regulieren kann, indem es eine regulative Wirkung auf das Nervensystem hat. CBD wirkt also nicht nur entzündungshemmend, sondern hemmt auch das Senden von Schmerzimpulsen. Ein großer Vorteil: Der Wirkstoff aus der Cannabispflanze kann chronische und entzündliche, starke Schmerzen unterdrücken, ohne eine Gewöhnung oder Abhängigkeit herbeizuführen. So können im Rahmen einer Schmerztherapie auch langanhaltende Beschwerden behandelt werden.Ein weiterer wichtiger Pluspunkt für die Anwendung von CBD im Kampf gegen neuropathische Schmerzen: CBD beeinflusst unseren Serotoninspiegel. Serotonin ist ein Botenstoff, der in unserem Nervensystem für den Informationsfluss zwischen den Nervenzellen sorgt. Serotonin ist auch als Glückshormon bekannt, da es auch unsere Stimmung positiv beeinflussen kann. Es verbessert jedoch nicht nur unsere Laune, sondern ist auch an der Schmerzverarbeitung unseres Körpers beteiligt. Menschen mit neuropathischen Schmerzen verbrauchen mehr Serotonin, wodurch ein Serotoninmangel im Hirn entsteht.Die Folge: Ein kleiner Impuls kann große Schmerzen auslösen! Laut Forschung kann CBD Schmerzen lindern, indem es die Serotoninrezeptoren des Gehirns aktiviert. Zudem kann CBD sowohl Schmerz als auch das Gefühl der Angst verringern, indem es für einen ausgeglichenen Serotoninspiegel sorgt. Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt: Generell kann CBD zu einem gesteigerten Wohlbefinden beitragen und so die Nerven schützen. Denn CBD hilft auch dabei, Stress – als Überreaktion des Gehirns – zu reduzieren. Die Einnahme trägt dazu bei, dass Nervenimpulse gemäßigt und entspannt gesendet und empfangen werden.Dieser Bereich von Nervenerkrankungen darf keinesfalls unterschätzt werden, denn Stress ist ein biologischer Prozess, der im Körper diverse Reaktionen hervorrufen kann – von Konzentrationsschwächen bis hin zu Schlafstörungen oder Müdigkeit.

Zusammengefasst : Was kann die Cannabis-Therapie?

Bei welchen Beschwerden hilft CBD Öl & Co wirklich? 

  • CBD trägt dazu bei, negative Sinneswahrnehmungen zu reduzieren CBD kann Nervenimpulse, genauer gesagt die Wege zwischen den Nerven, beeinflussen

  • CBD kann die Serotoninrezeptoren aktivieren und so das Wohlempfinden eines Menschen beeinflussen

  • CBD kann dazu beitragen, dass Schmerzen als weniger schlimm empfunden werden

  • CBD kann Stress reduzieren und auch so unsere Nerven schützen.

Von der Medizin wird CBD, Cannabis bzw. Produkte mit THC-Gehalt als begleitende Therapie von Schmer­zen immer häufiger empfohlen. Neben dem Einsatz von CBD bei akuten bzw. chronischen Schmerzen rückt auch das Potenzial von CBD als vorbeugende Maßnahme gegen Nervenschäden und damit verbundene Schmerzen zunehmend in den Fokus. Vor allem CBD Öl können hier zum Einsatz kommen, aber auch andere CBD Produkte wie beispielsweise CBD-Spray oder Weichkapseln können helfen.

Hinweis: Bei der Einnahme von CBD können - vor allem in Kombination mit anderen Medikamenten - Nebenwirkungen auftreten, wie beispielsweise niedriger Blutdruck, trockener Mund, Durchfall, Appetitlosigkeit und Müdigkeit. Allerdings bleiben diese möglichen Nebenwirkungen nur kurzfristig, das heißt, dass sie nur so lange anhalten, wie lange das CBD im Körper bleibt. Dennoch ist es wichtig, dass Patienten die Einnahme bei jeglicher Art von neuropathischer Schmerzen mit der Ärztin / dem Arzt zu besprechen.



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