Chemikalien im Weed

Wie Streckmittel unsere Gesundheit gefährden

Die Legalisierung rückt in greifbare Nähe, und das ist auch bitter nötig. Gestreckt wurde Cannabis wahrscheinlich schon, seit es zum ersten Mal gewinnbringend verkauft wurde, doch spätestens seit im Jahr 2008 Brix, und Spice die den Markt überschwemmten ist klar – harmlos ist gestrecktes Weed schon lange nicht mehr.

Die Geschichte des Streckens

Gestreckt wird Weed schon lange, früher meist, um das Gewicht zu erhöhen, heute geht der Trend eher zur Verstärkung der Wirkung. Da das ganze ausschließlich den Verkäufer bereichert, und den Käufer um sein Geld bringt, kann einen das ziemlich sauer machen. Es ist jedoch nochmal eine völlig andere Dimension, wenn man sich nach einem Joint im Krankenhaus befindet. Aber nun von Anfang an. Früher wurde Cannabis eher mit plumpen, leicht zu erkennenden und vor allem ungefährlichen Mitteln wie Sand oder Wasser gestreckt. Lediglich im Hash findet man schon lange die unmöglichsten Dinge, da es vergleichbar einfach zu strecken ist. Aber auch bei Weed sollte es nicht lange harmlos bleiben. Im Jahr 2007 wurden reihenweise Menschen, 35 an der Zahl, mit ähnlichen Beschwerden in die Uniklinik Leipzig eingeliefert. Sie litten unter Bauchschmerzen, Kopfschmerzen, Kribbeln und Lähmungen der Extremitäten, Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit, sowie daraus resultierenden Gewichtsverlust und auffälligen Blutwerten. Außerdem waren alle 35 Patienten geschwächt und ständig müde. Nachdem auch das Zahnfleisch eine graublaue Färbung aufwies, war klar – die Patienten litten unter einer Bleivergiftung, welche, wie sich nach einer eingehenden Befragung herausstellte, wahrscheinlich von kürzlich konsumiertem Cannabis stammte. In den daraufhin untersuchten Cannabisproben der Patienten wurde eindeutig Blei nachgewiesen. Bis Ende August 2008 wurde in 597 Blutproben ein erhöhter Bleispiegel gefunden, ganze 27% davon wurden anschließend wegen einer handfesten Vergiftung behandelt, weitere 12% hatten immerhin noch einen derart hohen Bleispiegel, dass sie weiter beobachtet werden mussten. Laut Drogenberatungsstelle und Gesundheitsamt stellte man erst im Folgejahr einen Rückgang der Problematik fest. Das nächste Problem schwappte gleich im selben Jahr aus den USA zu uns herüber - Brix. Brix ist ein kommerziell über das Internet vertriebenes Streckmittel - ja, richtig, es wird einzig für diesen Zweck hergestellt. Man kann kaum glauben, dass jemand dieses Gemisch aus flüssigem Plastik, verschiedenen Zuckerarten und wahlweise auch Hormonen tatsächlich auf Blüten sprüht (oder sie darin eintaucht), die später von gut zahlenden Käufern konsumiert werden. Doch Cannabis ist, wie jede andere Droge auch, eben nur ein Geschäft, an dem sich Menschen bereichern. Nicht alle, aber ein beträchtlicher Teil. Leider gibt es bis heute keine wissenschaftliche Wirkanalyse für die diversen gesundheitsschädlichen Stoffe im Brix. Allein die anekdotische Evidenz verrät uns, dass Atemnot, Kreislaufprobleme und depressive Zustände zu den Akutreaktionen gehören; und um sich die Langzeitschäden auszumalen, die beim Rauchen von hoch krebserregendem Plastik auftreten können, braucht man wohl auch keine Glaskugel. Doch offenbar ist auch beim Strecken ein neues Zeitalter angebrochen; gestreckt wird auf Turn, nicht auf Gewicht, was die Sache ungleich gefährlicher macht. Synthetische Cannabinoide lautet der nicht mehr ganz so neue Trend, und sie sind gefühlt überall. Laut Vice-Magazin, das ein Videointerview mit einem Dealer geführt hat, sind 90% des heutigen “Straßengrases” mit ihnen besprüht, andere Quellen sprechen von 70%. Verkauft wird das Gras meist als Haze, welches sich inzwischen beinahe weltweit verbreitet, und auch Opfer fordert. In Europa konnten sie in den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich nachgewiesen werden, und in Deutschland führten diese sogar zu Todesfällen. Laut Anfrage der FDP an die Bundesregierung waren es im Jahr 2019 elf, 2020 neun Menschen. Wie können Cannabinoide eigentlich jemanden töten, fragt man sich. Ist Cannabis nicht die sicherste Droge überhaupt?

Synthetische Cannabinoide

Synthetische Cannabinoide sind ursprünglich Research Chemicals, die ausschließlich zu Forschungszwecken, und nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. Inzwischen gibt es rund 450 synthetische Cannabinoide, deren Wirkstärken von “vergleichbar mit THC” bis “bläst dir die Rübe weg, weil es bis zu 100 Mal stärker ist” reichen. Sie wirken und agieren cannabimimetisch, also ähnlich wie THC, binden jedoch deutlich stärker an die Cannabinoidrezeptoren. Das führt nicht nur zu einer verstärkten und veränderten Wirkung, sondern auch zu deutlich heftigeren und gefährlicheren Nebenwirkungen. Außerdem gibt es im natürlichen Weed den sogenannten Entourageeffekt, welcher durch die Interaktion der enthaltenen Stoffe eine ausgewogene Wirkung garantiert; so kommt es manchmal schon, nimmt man THC isoliert oder in sehr hoher Dosierung ein, zu unangenehmen Spannungs-, Angst- und Erregungszuständen. Diese Effekte werden durch synthetische Cannabinoide um ein Vielfaches gesteigert, und auch die Dauer des Rauschs kann mit 8-12 Stunden ungleich länger sein als der nach einem herkömmlichen Joint.

Wie diese Stoffe überhaupt auf den Markt kamen, ist ein kleiner Krimi, auch wenn das organisierte Verbrechen hier bei Weitem nicht nur für Spannung sorgt. Wenn in der Forschung neue Stoffe auf den Plan treten, gibt es darüber wissenschaftliche Arbeiten, die zwar oft öffentlich zugänglich sind, normalerweise allerdings außer eines kleinen Fachpublikums niemanden interessieren. Doch da Drogen schon lange ein großes, organisiertes Geschäft sind, mit dem sich Unmengen Geld verdienen lässt, ist es eigentlich wenig verwunderlich, dass schlaue Köpfe diese wissenschaftlichen Publikationen monitoren. In Labors wurden die künstlichen Cannabinoide dann günstig und in großem Stil nachgebaut, und inzwischen offenbar nahezu weltweit vertrieben. Auf den Markt kamen sie erstmals als Spice, eine Kräutermischung, die mit Stoff JWH-015 versetzt war. Bald gab es Berichte über Krankenhausaufenthalte von Jugendlichen, die diese frei verkäuflichen Kräutermischungen (Legal Highs) geraucht hatten, und man rätselte, welches Kraut es denn nun sei, dass die Nebenwirkungen (und die Wirkung) verursachte. Ein Frankfurter Labor fand schließlich heraus, worum es sich handelte, und fand kurz darauf in einer weiteren Probe das Cannabinoid CP-47 497. Spätestens da war klar – man hatte es mit einem handfesten Problem zu tun. Man nahm die beiden Stoffe per Eilverordnung ins BtMG (Betäubungsmittelgesetz) auf, was das Problem allerdings nicht löste. Durch winzige Veränderungen an der chemischen Struktur, kamen immer neue Stoffe auf den Markt, die man als Legal High verkaufte, und die unvorhersehbare Wirkungen und Schäden verursachen konnten. Man konnte nicht verbieten, was man noch nicht kannte. In den letzten Jahren kam es in vielen Ländern zu dokumentierten Überdosierungen, da beim Kauf nicht klar ist, welches synthetische Cannabinoid enthalten, und was seine Wirkstärke ist. Besonders dramatisch ist der Fall eines 23-jährigen Mannes, den die US-amerikanischen Behörden veröffentlicht haben, um vor den Gefahren dieser Stoffgruppe zu warnen. Er hatte nach dem Konsum von Spice sein Zimmer randaliert, und eine Scheibe zerschlagen. Psychotische Zustände wie diese sind nicht unüblich, die Dramatik bestand einzig darin, dass der junge Mann sich selbst eine tiefe Schnittwunde am Hals zufügte, und verstarb. Bei einem Vorfall in New York gab es glücklicher Weise, bis auf ein paar verschreckte Passanten, keine Opfer zu verzeichnen. 33 Männer liefen stöhnend und wie in Trance durch die Straßen der Großstadt, Passanten beschrieben ihr Verhalten als Zombie-ähnlich. Nachdem die Herren eingesammelt und im Krankenhaus behandelt worden waren, stellte sich heraus, dass sie alle ein synthetisches Cannabinoid geraucht hatten, dass 85 Mal stärker ist als THC. 9 Stunden nach der Massenvergiftung konnten die letzten von ihnen die Klinik wieder verlassen. Die Notfall Ambulanz Freiburg hat 48 Fälle von Überdosierung mit

synthetischen Cannabinoiden gesichtet, und stellte außer THC-ähnlichen Nebenwirkungen (nur stärker) auch aggressives Verhalten, Bluthochdruck, Übelkeit und Krampfanfälle fest. Auch einen Kaliummangel wiesen fast alle Patienten auf; in einem Fall musste dieser als schwerwiegender medizinischer Notfall behandelt werden. Kaliummangel kann schnell zum Herztod führen. Um die Welle der immer neuen Stoffe zu unterbinden, erließ die Bundesregierung im Jahr 2016 das Neue-psychoaktive-Stoffe Gesetz, welches die gesamte Stoffgruppe der künstlichen Cannabinoide verbietet, und zu einem signifikanten Rückgang der sich im Verkehr befindlichen Stoffe führte.

Wie erkenne ich verunreinigtes Weed?

Sand:

  • sammelt sich unten in der Tüte

Blei:

  • selten
  • Bleisulfit hinterlässt beim Reiben über Papier Bleistiftspuren
  • Bleispäne sind nicht zu erkennen

Dünger:

  • gelegentlich zum Besprühen genutzt
  • glitzert rötlich/bläulich
  • Asche schwarz statt weiß/grau
  • riecht leicht nach Urin

Brix:

  • feuchtes, klebriges Aussehen, dass auch nach Tagen nicht verschwindet
  • Buds sehr kompakt
  • hinterlässt schwarzen, öligen Film in der Bong
  • die Asche ist ebenfalls schwarz und ölig, zerreibt man sie zwischen den Fingern
  • brennt auf der Zunge
  • riecht schwach
  • knistert beim Rauchen und verbrennt nicht richtig

Synthetische Cannabinoide:

  • sind leider nicht erkennbar, da sie in sehr kleinen Mengen aufgebracht werden, und sowohl farb- als auch geruchlos sind

Die einzige Möglichkeit vor diesen Stoffen wirklich geschützt zu sein, ist und bleibt die Legalisierung. (...und nicht zu kiffen, aber wer will das?)

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