Drug Checking: BASIS e.V. testet Cannabis auf synthetische Cannabinoide

Künstlich verstärktes Cannabis kann für Konsumentinnen und Konsumenten zur Gefahr werden. Der Frankfurter Verein BAS!S - Beratung, Arbeit, Jugend & Kultur e.V. ist derzeit, neben einigen Apotheken, die einzige Stelle in Deutschland, die Cannabis auf synthetische Cannabinoide testet. In Hessen steht das sogenannte Drug Checking sogar im schwarz-grünen Koalitionsvertrag.

Wie das BKA im Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2020 konstatiert, sind in Deutschland vermehrt synthetische Cannabinoide im Umlauf. Diese wirken ähnlich wie Cannabis, haben mit der Pflanze selbst aber nichts zu tun, da sie chemisch hergestellt werden. Zudem ist die Wirkung um ein Vielfaches höher als bei gewöhnlichem Cannabis.

Synthetische Cannabinoide werden häufig als künstliche Verstärker auf Cannabis gesprüht. Dabei sind sie unsichtbar, geruchs- und geschmacklos, wie Karsten Tögel-Lins, Sozialarbeiter beim Frankfurter Verein BAS!S - Beratung, Arbeit, Jugend & Kultur e.V., im Gespräch mit der hessenschau betont. Das Problem: Konsumentinnen und Konsumenten beziehen die Substanz in der Regel vom Schwarzmarkt – und hier gibt es nun mal keinen Drogen-TÜV.

Ob Cannabis mit den künstlichen Verstärkern besprüht wurde, lässt sich aber nur im Labor feststellen. Während in Hessen das sogenannte Drug Checking sogar im schwarz-grünen Koalitionsvertrag steht, werde ein flächendeckendes Angebot vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte noch blockiert, so Sozialarbeiter Tögel-Lins von der BAS!S.

Momentan ist der Frankfurter Verein die einzige Stelle in Deutschland, die Cannabis auf synthetische Cannabinoide testet. „Ich glaube, dass die Möglichkeit, Substanzen untersuchen zu lassen, als Gesundheitsschutz für Konsumierende wesentlich ist“, sagt Tögel-Lins über seine Arbeit

Für die Zukunft wünscht sich der Sozialarbeiter ein bundesweites Angebot, das (illegale) Substanzen vor dem Konsum auf ihre Inhaltsstoffe kontrolliert und über mögliche Risiken informiert. Dies ist in mehreren europäischen Ländern bereits möglich, unter anderem in Österreich, England und der Schweiz.

Mit ihrem Einsatz im Bereich Drug Checking fungiert die BAS!S somit auch als wichtiger Pionier für eine Umsetzung in Deutschland.

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