Food Effect: CBD-Konzentration im Blut erhöht sich mit fettreicher Ernährung

Aus einer Studie geht hervor, dass sich die CBD-Konzentration im Blut erhöht, wenn gleichzeitig eine fettreiche Mahlzeit eingenommen wird. Die Forscher zeigten, dass sich die sogenannte Bioverfügbarkeit von Cannabidiol (CBD), d.h. die CBD-Konzentration, um mehr als das Vierfache erhöhte, wenn gleichzeitig ein fettreiches Frühstück eingenommen wurde. Bei der Untersuchung der britischen Firma GW Research Ltd – eines der weltweit größten Cannabisunternehmen – in Zusammenarbeit mit der University of Wisconsin School of Pharmacy handelt es sich um eine Placebo-kontrollierte Studie aus dem Jahr 2018. Die Probanden bekamen entweder 1.500 Milligramm CBD auf nüchternen Magen oder die gleiche Dosis zusammen mit einem fettreichen Frühstück. Alle Probanden hatten mindestens zehn Stunden vorher nichts gegessen. Das ausgiebige, fettreiche Frühstück bestand aus ca. 900 Kilokalorien und wurde innerhalb von 20 Minuten verzehrt. Die CBD-Dosis nahmen die Probanden 30 Minuten nach Beginn des Frühstücks ein. Nach der CBD-Einnahme ohne Frühstück betrug die CBD-Konzentration im Blutplasma 330 Nanogramm pro Milliliter, während die CBD-Konzentration nach der CBD-Einnahme samt Frühstück 1.630 Nanogramm pro Milliliter betrug. Zudem war nach dem Frühstück die sogenannte systemische Bioverfügbarkeit ebenfalls um mehr als Vierfache erhöht. Was bedeutet systemische Bioverfügbarkeit? Der Begriff bezeichnet den Anteil der Cannabinoide, die in den Körperkreislauf und so an die entsprechenden Angriffspunkte im Gehirn oder in Geweben anderer Organe – z.B. Zellen des Immunsystems, Haut, Knochen, Lunge, Herz, Verdauungsorgane, ableitende Harnwege etc. – gelangen. Es handelt es sich also um ein Maß für den CBD-Gehalt, der in den Blutkreislauf gelangt und somit auch an die Wirkorte im Körper. Die Forscher erklären das Ergebnis damit, dass Fett die Sekretion von Gallensäure im Darm verstärkt. So lösen Gallensäuren lipophile Substanzen, wozu auch Cannabinoide gehören. Das bedeutet, dass Gallensäuren die Aufnahme von Cannabinoiden verstärken können. Ein weiterer Erklärungsversuch der Forscher ist, dass große Teile des Cannabinoids bei der gleichzeitigen Einnahme von Fett durch das Lymphsystem des Darms resorbiert wurde. Dadurch wurde der Abbau des Cannabinoids durch die Leber verzögert. Die britischen Forscher kommen allgemein zu dem Schluss, dass die Bioverfügbarkeit von CBD und anderen Cannabinoiden mit der Menge des eingenommenen Fetts vermutlich zunimmt. Eine Erhöhung der systemischen Bioverfügbarkeit von CBD könnte interessant für Cannabispatienten sein, die hohe Dosen für eine wirksame Therapie benötigen. An dieser Stelle weisen wir aber darauf hin, dass dieser Artikel keinerlei Vorschlag zur möglichen Zweckbestimmung macht. Jegliche Nutzversprechen bleiben den Ärzten und Apothekern überlassen.

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