Frankreich könnte Auflagen für Hanfanbau lockern

In Frankreich könnten schon bald die Auflagen für den nationalen Hanfanbau gelockert werden. Ein Ausschuss der Nationalversammlung, der sich explizit mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen und Nutzungsmöglichkeiten von Cannabis befasst, hat der französischen Regierung empfohlen, den Weg für eine breitere wirtschaftliche Nutzung von Cannabis freizumachen.

Der Ausschuss legt in einem Zwischenbericht nahe, alle Teile der Hanfpflanze, einschließlich der Blüte, für Anbau und Ausfuhr sowie industrielle und kommerzielle Zwecke freizugeben, wie das deutsche Branchenmagazin „Top Agrar“ berichtet.

Aktuell dürfen in Frankreich nur Fasern und Samen vermarktet werden, sofern der THC Gehalt unter 0,2% liegt. Cannabis Produkte müssen sogar gänzlich frei von THC sein. Auch hier plant das Gremium, den grundsätzlichen Grenzwert von 0% durch spezifische Schwellenwerte, vor allem für Produkte mit CBD, zu ersetzen. Für die Pflanzen sollen Vorgaben zwischen 0,6% bis 1% THC Gehalt gelten.

Zudem soll auch die Cannabis Sortenzulassung beschleunigt und ausgebaut werden, u.a. über die Einführung von Sortenversuchen wird diskutiert. Auch die Nutzung von CBD-haltigen Blüten als Raucherzeugnis soll ermöglicht werden. Darüber hinaus wird die Regierung angehalten, eine Harmonisierung der maßgeblichen Gesetzgebung auf europäischer Ebene anzustreben und die Regulierung für CBD Produkte an eine breitere wirtschaftliche Nutzung anzupassen.

Die Empfehlungen des Ausschusses müssen noch von der interministeriellen Kommission zur Bekämpfung von Drogen und Sucht (Mildeca) geprüft werden. Wie aus Fachkreisen hervorgeht, stehe die Mildeca unter anderem der Revision der THC Grenzwerte kritisch gegenüber.

In Frankreich wurden 2019 ca. 17.900 Hektar Hanf angebaut. In der gesamten EU waren es 58.200 Hektar. Auch die Bundesregierung attestierte der Nutzung von Hanffasern ein hohes Potential, plant aber (noch) keine Änderung der Rechtslage.

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