Neueinstufung: UN streicht Cannabis aus der Liste der gefährlichsten Drogen

Die UN hat Cannabis von ihrer Liste der gefährlichsten Drogen gestrichen. Mit 27 zu 25 Stimmen und einer Enthaltung haben die Mitglieder der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen Commission on Narcotic Drugs, CND) dafür gestimmt, Cannabis nicht mehr in der höchsten Kategorie IV mit Heroin und anderen schweren Drogen zu führen. Dies teilte die Behörde am gestrigen Mittwoch mit. Die Vereinten Nationen folgen damit einer entsprechenden Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation WHO. Bereits Ende 2018 hatte eine wissenschaftliche WHO-Arbeitsgruppe der UN empfohlen, sowohl CBD als auch THC im Einheitsabkommen neu zu klassifizieren. Experten gehen nun davon aus, dass die Neuklassifizierung von Cannabis seitens der UN ein kleiner Schritt hin zu einer internationalen Lockerung sein könnte. „Der Trend zu medizinischem Cannabis hat in den vergangenen Jahren bereits stetig an Fahrt aufgenommen, aber diese Entscheidung wird ihm neuen Schub verleihen“, sagt Martin Jelsma, Experte für Drogenpolitik beim niederländischen Thinktank Transnational Institute, dem Branchenmagazin Marijuana Business Daily. „Vor allem für die Länder, die in ihrer nationalen Drogenpolitik im Wesentlichen die Beschlüsse der UN spiegeln, dürfte das dazu führen, dass auch dort Restriktionen und Hindernisse für den Cannabisgebrauch zu medizinischen und wissenschaftlichen Zwecken abgebaut werden.“ Die Entscheidung ist jedoch kein Freifahrtsschein für eine großflächige Legalisierung von Cannabis in den UN-Mitgliedsstaaten. Denn nach wie vor wird Cannabis von der UN als streng zu kontrollierende Substanz geführt. So wird Cannabis weiterhin in der niedrigeren Untergruppe I gelistet – gemeinsam mit unter anderem Kokain und Methadon. Dennoch: Zwei Wochen nach dem wegweisenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs zur Beurteilung von CBD ist die Neueinstufung der UN ein weiterer Meilenstein für die junge Cannabiswirtschaft. Dementsprechend erwarten Branchenkenner weitreichende Folgen für den internationalen Handel mit CBD- und Cannabisprodukten.

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