Schweiz: Nationalrat erleichtert Zugang zu medizinischem Cannabis

In der Schweiz wird der Zugang zu medizinischem Cannabis erleichtert, so der Beschluss des Nationalrats. Die große Kammer des Schweizer Parlaments hat mit klarer Mehrheit die von der Regierung vorgeschlagene Gesetzesänderung des Betäubungsmittelgesetzes angenommen. Der Beschluss, der noch vom Ständerat verabschiedet werden muss, sieht vor, dass Ärzte Medikamente auf Cannabisbasis verschreiben können, ohne wie bisher eine Ausnahmegenehmigung beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) beantragen zu müssen. Die bisherigen bürokratischen Verfahren für eine solche Ausnahmegenehmigung konnten bis zu vier Wochen beanspruchen. Angesichts der steigenden Zahl von Anträgen sei dieser Prozess sei nicht mehr zeitgemäß gewesen, so das Urteil. Um die Auswirkungen der Gesetzesänderung zu untersuchen und die Verschreibungspraxis zu überwachen, werden Mediziner jedoch verpflichtet sein, Behandlungen mit Medizinalcannabis anzumelden und die entsprechenden Daten an das BAG zu übermitteln. Im Jahr 2019 erteilte das BAG rund 3000 Bewilligungen für die medizinische Verwendung von Cannabis, gut doppelt so viele wie im Jahr 2015. Die Gesamtzahl der Personen, die in der Schweiz medizinisches Cannabis verwenden, ist jedoch deutlich größer. Eine nationale Erhebung rechnet mit rund 100.000 Patientinnen und Patienten. Demnach müsse sich die Mehrheit ihr Cannabis für medizinische Zwecke illegal besoren, entweder durch eigenen Anbau oder über den Schwarzmarkt, so die Schlußfolgerung unter anderem des Vereins Medical Cannabis Schweiz (Medcan), der sich für das Thema in der Alpenrepublik einsetzt. Vor diesem Hintergrund bietet der Beschluss des Nationalrats, den Zugang zu medizinischem Cannabis zu erleichtern, neben den medizinischen Vorteilen, wie z.B. eine schnellere Behandlung, auch mehr Transparenz und Sicherheit für alle Beteiligten.

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