Studie: Cannabis wurde bereits vor 12.000 Jahren in Ostasien domestiziert

Eine Studie gibt neue Hinweise auf den möglichen Ursprung von Cannabis sativa. Seine frühesten Wurzeln hatte die Hanfpflanze wahrscheinlich vor ca. 12.000 Jahren im Nordwesten Chinas, wo sie erstmals domestiziert wurde und von dort um die Welt ging. Dies hat die Untersuchung eines Forscherteams unter der Leitung der Universität Lausanne ergeben.

Laut der Studie, die im Fachmagazin ScienceAdvances erschienen ist, sollen alle heutigen Cannabissorten von einem einzigen Genpool abstammen. Mit ihrer umfassenden Analyse von 110 Genomen stellten die Forschenden fest, dass Cannabis erstmals in der frühen Jungsteinzeit in Ostasien domestiziert wurde – nicht wie lange angenommen in Zentralasien. Cannabis gehört so zu den ersten Pflanzenarten, die von der Menschheit kultiviert wurden – zusammen mit Weizen und Gerste.

Die Studienautoren gehen jedoch davon aus, dass die ursprünglichste Form von Cannabis sativa möglicherweise ausgestorben sei. Die Daten, die in der Studie untersucht wurden, stammen aus ehemaligen Kulturpflanzen, die wieder ausgewildert wurden, seltenen und lokalen Sorten sowie alten und modernen Cannabissorten.

Darüber hinaus konstatieren die Forschenden, dass die heutigen hochspezialisierten Sorten das Ergebnis einer erst vor etwa 4000 Jahren begonnenen gezielten Züchtung sein sollen, die für die Produktion von Ressourcen (z.B. Hanffasern) oder für die Nutzung von Wirkstoffen (Cannabinoide wie THC oder CBD) optimiert wurde.

Die Studie soll als wertvolle Wissenschaftsressource dienen, um die medizinische und landwirtschaftliche Forschung an der vielseitigen Pflanze zu erleichtern und voranzutreiben.

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