Umfrage: Deutsche Apotheken mehrheitlich für Cannabis-Legalisierung

In deutschen Apotheken wird eine Legalisierung von Cannabis mehrheitlich befürwortet. In Apothekenteams liegt die Zustimmung bei 64 Prozent. In der Berufsgruppe der Pharmazeutisch-technischen Assistent*innen (PTA) stimmen sogar 70 Prozent für eine Freigabe von Cannabis. Allerdings soll die Abgabe kontrolliert und reglementiert erfolgen. Die Daten gehen aus einer aktuellen Umfrage der Marktforschungsplattform „aposcope“ hervor.

Bereits zum dritten Mal veröffentlicht aposcope eine Marktanalyse zum Thema „Zukunftsmarkt Medizinisches Cannabis – Insights aus der Apotheke“. Für die aktuelle Studie wurden von Ende Juni bis Anfang Juli insgesamt 500 verifizierte Apotheker*innen und PTA online befragt. Dabei mussten mehr als 50 Fragen zu verschiedenen Themen rund um das Arzneimittel beantwortet werden. Neben der Einstellung zu Cannabis als Therapieoption und den Herausforderungen bei der Rezeptbelieferung wurden auch die Bereiche Information/Fortbildung, Organisation im Team und Zusammenarbeit mit Ärzt*innen sowie die Meinungen zu verschiedenen Anbietern abgefragt.

Die aktuellen Daten machen eine generelle Zustimmung in Apotheken für eine Legalisierung deutlich. Allerdings sollte aus ihrer Sicht eine etwaige Legalisierung reglementiert erfolgen. Besonders häufig genannt wurde die ausschließliche Abgabe über Apotheken (83 Prozent), gefolgt von der Festlegung von Höchstmengen (76 Prozent) und Altersbeschränkungen (71 Prozent).

Die größte Herausforderung bei der Versorgung von Patienten mit medizinischem Cannabis sei nach wie vor die Abrechnung der Rezepte, gefolgt von fehlerhaften ärztlichen Verordnungen sowie der mit der Abgabe verbundene hohe Aufwand.

Apotheken haben bereits wichtige Erfahrungswerte bei der Ausgabe von medizinischem Cannabis – ab diesem Jahr sogar mit Cannabis aus deutschem Anbau. Diese Erfahrungswerte sollten bei Plänen zur Legalisierung von „Genusscannabis“ zweifellos miteinbezogen werden.

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