Wada prüft den Status von Cannabis als verbotene Substanz

Nach der Dopingsperre für US-Sprinterin Sha’Carri Richardson will die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) den Status von Cannabis als verbotene Substanz prüfen. Die Sperre des Sprintstars für die Olympischen Spiele hatte für viele Schlagzeilen gesorgt und eine Diskussion um Cannabis als Dopingmittel entfacht.

Nach einer Sitzung des Exekutivkomitees der Wada in Istanbul teilte die globale Anti-Doping-Behörde mit, dass im kommenden Jahr eine wissenschaftliche Untersuchung zu Cannabis durchgeführt werden soll. 2022 bleibe die Pflanze für Athletinnen und Athleten aber verboten.

„Nach dem Eingang von Anträgen einer Reihe von Interessenvertretern hat das Exekutivkomitee die Entscheidung der beratenden Expertengruppe für die Liste gebilligt, im Jahr 2022 eine wissenschaftliche Überprüfung zum Status von Cannabis einzuleiten“, ließ die Wada in einer offiziellen Erklärung verlauten.

Jüngst hatte sich auch Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes World Athletics, für eine Überprüfung von Cannabis als verbotene Substanz ausgesprochen.

Ausgangspunkt für die Diskussion war US-Sprinterin Sha’Carri Richardson, die bei den US-Trials in Eugene/Oregon positiv auf Marihuana getestet und für 30 Tage gesperrt wurde – und damit schließlich die Sommerspiele in Tokio verpasste. 

Der US-Verband teilte damals mit, dass er „unglaublich mitfühlend“ sei – gerade auf der Grund der Umstände, dass kürzlich die Mutter ihres Sprintstars verstorben sei. „Wir werden mit Sha'Carri zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass sie über ausreichende Hilfe verfügt, um jetzt und in Zukunft alle psychischen Herausforderungen zu bewältigen.“ Allerdings müsse man den anderen Athletinnen gegenüber fair bleiben, die ihrerseits für den Traum einer Olympia-Teilnahme gearbeitet hätten.

Die Sportlerin selbst hatte sich im US-Fernsehen zu ihrer Suspendierung geäußert: „Ich weiß, was ich getan habe. Ich weiß, was ich tun soll, was ich nicht tun darf, und ich habe diese Entscheidung trotzdem getroffen.“ Mehrere US-Stars sprangen ihr im Netz zur Seite, darunter unter anderem Patrick Mahomes, Quarterback der Kansas City Chiefs, und Schauspieler Seth Rogen.

Vor allem die Bewertung von Cannabis als Doping sorgte für Kritik. Hinzukommt, dass sich diverse Sportlerinnen und Sportler mittlerweile klar pro Cannabis positionieren, darunter zum Beispiel auch NBA-Star Kevin Durant. Immer mehr sehen auch die Vorteile von Cannabis als Heilpflanze, die unter anderem bei der Regeneration helfen kann. Zu den großen Fürsprechern zählt zum Beispiel Rob Gronkowski. Der NFL-Start gab dank CBD sein Comeback im American Football.

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